Musikvideo – Vaask – Glockeslüsteern

Ein weiteres Musikprojekt. Für den Künstler Vaask. Ein Video über einen Mann, der sich von der Zivilisation abschottet.

EINLEITUNG

Max ist ein langjähriger Kumpel von mir und macht nun schon eine weile elektronische Musik. Da er für sein Uniprojekt 6 Monate nach Berlin gezogen ist, haben wir viel Zeit miteinander verbracht und uns kam die Idee, für sein bevorstehendes Album ein Musikvideo umzusetzen.

VORBEREITUNG

Max und ich haben uns mehrfach getroffen um die Idee für das Video zu besprechen und um dann alle Punkte, die uns wichtig waren, aufzuschreiben. Das gesamte Konzept basiert auf dem Buch Walden von Thoreau. Ein Mann geht in den Wald um vor dem hektischen Alltag zu fliehen. Im Buch hat er sich eine Hütte gebaut und ist eins mit der Natur geworden. Wir haben nur ein Zelt genommen, da wir nicht eine Hütte bauen oder mieten wollten. Wir haben dann noch zusammengeschrieben was passieren soll und was der Hauptdarsteller für Tätigkeiten machen soll, damit wir einen klassischen Tag nachstellen können. Das wurde von mir alles aufgeschrieben und ich habe mir dann eine Liste damit gemacht und das ganze in einzelne Szenen aufgelöst.

TECHNIK

Gedreht haben wir mit der Sony FS7. Wir haben alles mit 100 Bildern pro Sekunde gedreht um eben diesen Zeitlupeneffekt zu haben. Ich finde das macht viel in Musikvideos aus und mit der Unschärfe im Hintergrund sieht das Ganze sehr cool aus. Objektiveseitig habe ich mein 24-70 und mein 70-200 benutzt. Wir wollten alle Szenen an einem Tag schaffen und daher war es mir wichtig mobil und variabel zu sein und schnell die Brennweite ändern zu können. Außerdem habe ich nicht so viele Festbrennweiten und ich wollte auch nicht extra Objektive ausleihen.

Wir haben noch einen Reflektor und ein LED Panel benutzt um das Video zu beleuchten. Der Reflektor um ein bisschen aufzuhellen und das natürliche Licht ein bisschen mehr zu steuern. Das LED Panel war dann für die Szenen mit dem künstlichen Licht, wie die Szene im Zelt oder die Szene wo der Protagonist am Lagerfeuer sitzt. Um den Lagerfeuereffekt zu erreichen haben wir den Weißabgleich der Kamera auf Tageslicht gestellt und mit einer Folie, die Tageslicht zu Kunstlicht konvertiert das Licht sehr orange gemacht. Das Flackern haben wir dadurch erreicht, dass die Folie schnell bewegt wurde und wir den Helligkeitsregler schnell gedreht haben.

HILFE

Wenn ihr schnell und effektiv sein wollt, sollte euer Team Hand in Hand arbeiten. Da ich mit Holger schon einiges gemacht habe und viel auf seine Meinung gebe, haben wir wieder zusammen gearbeitet. Er war sozusagen Regisseur und Kameraassistent. So hat er mit unserem Protagonisten gesprochen, darauf geachtet, dass die Sachen richtig umgesetzt werden. Auf den Plan geschaut, was wir noch drehen müssen und mir eben mit der Kamera geholfen. Also Objektive gewechselt oder wenn ich rückwärts gegangen bin,hat er mich geführt. Sowas ist wichtig. Ich wollte mich so viel wie möglich auf die Kameraarbeit konzentrieren und dann will ich nicht Takes versauen, weil ich nicht sehe wo ich hinlaufe.

 

MAKING OF

Ich mache diese Making Ofs einmal für euch, damit ihr Einblick in meine Arbeit habt, aber so ein Making Of ist auch immer schön für das Team. Ist immer ein bisschen wie ein bewegtes Fotoalbum. Man kann es sich ansehen und in Erinnerungen schwelgen. Wenn ihr also Musikvideos dreht, solltet ihr versuchen immer noch jemanden zu finden, der ein paar Szenen hinter den Kulissen dreht. Für euch und für das Team.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Lisa bedanken, die all diese Szenen von dem Making Of gedreht hat. Ich verlinke euch mal ihren Instagram Account, schaut doch da gerne einmal vorbei.

PROBLEME

Auch bei diesem Video lief wieder alles ohne größere Probleme. Es war jedoch sehr kalt und wir hatten nicht wirklich etwas dabei um uns aufzuwärmen. Wir hätten ja gerne ein Feuer gemacht, aber Feuer im Wald in Deutschland ist einfach keine gute Idee.

Wir haben sehr früh angefangen, weil ich angst hatte, dass wir nicht fertig werden und es schon dunkel wird. Doch dann waren wir schneller fertig und hatten noch eine Stunde bis es dunkel wurde und wir wollten auch einige Szenen bei Nacht drehen. Das war ärgerlich. Wir haben uns die Zeit mit morschen Stöcken vertrieben.

POSTPRODUKTION

Kommen wir zur Nachbearbeitung. Ich habe mich auch um den Schnitt gekümmert und Max hat mir erst einmal freie Bahn gegeben und wollte nicht dabei sitzen, wie ich schneide. Das Konzept hatten wir ja besprochen. Ich wollte gerne einmal den Alltag des Protagonisten darstellen. Doch es gibt ja auch den Handlungsstrang wo jemand vorbei kommt und vom Protagonisten aufgenommen wird. Mein Plan war also ursprünglich, dass der Alltag mit dem Treffen abwechselt. Durch einen leicht unterschiedlichen Look sollte das Ganze sich voneinander abheben. Doch das hat absolut nicht funktioniert und so musste ich einiges umstellen und habe das Aufeinandertreffen in den Alltag eingegliedert. Es ist wichtig auch Ideen zu verwerfen, wenn sie nicht funktionieren. Ich hatte mich sehr darauf versteift und es fiel mir schwer das umzuschneiden. Das und noch einige Umstände haben dafür gesorgt, dass der Schnitt sich immer weiter gezogen hat.

Ich habe wie immer mit meiner FS7 im Slog 3 gedreht, also in einem flachen Profil, welches ich später dann mit dem Programm filmconvert anpassen kann.

Credits

Darsteller: Sascha
Story- & Bildkonzept: Malte Schumacher, Maximilian Gotthold
Regie: Holger Göhl, Malte Schumacher
Kamera: Malte Schumacher
Montage: Malte Schumacher
Making-Of: Lisa L.

Song-Produktion/Mix: Maximilian Gotthold
Written by: Maximilian Gotthold