Kurzfilm – SOMNIUM

Ein Autor kann unter dem Druck eines Bestsellers nicht einschlafen. Er begibt sich in die Welt der luziden Träume, doch anstatt sich ausruhen zu können, weckt er Mächte, denen er hoffnungslos ausgeliefert ist. Wird er sie am Ende doch besiegen?

Somnium ist ein Kurzfilm, den ich 2013 gedreht und 2014 fertig gestellt habe. Es war mein erster großer Kurzfilm, bei dem ich auch selbst alles organisiert, Drehbuch geschrieben und Kamera geführt habe. Damit ist Somnium mein Baby, was ich euch gerne zeigen möchte. 2013 ist lange her und jetzt bin ich klüger und weiser. Mir gefällt er trotzdem noch sehr.

Schauspieler:
Andreas Gräbe
Sam Thiel

Regie: Jannis A. Kiefer & Malte Schumacher
Kamera/Schnitt/Drehbuch: Malte Schumacher
Ton: Corinna Luck
Licht: Eymelt Sehmer
Maske: Tamara Zenn
Assistenz: Holger Göhl
Musik: Kamal Nicholas
Catering: Viet Ngyuen
Making Of: Christina Treu
Script/Continuity: Lisa L.
Abspannmusik: Julian Rausche

Gedreht wurde mit der Sony FS100 und Zeiss CP Linsen.

Das Making Of dazu könnt ihr euch hier ansehen. Making Of

Idee hinter dem Film und Entstehung

Früher in meinem Leben hatte ich extreme Probleme mit dem einschlafen. Zu viel ging mir immer durch den Kopf. Durch Zufall bin ich dann irgendwann auf luzide Träume gekommen und auf Astralreisen und eben Schlafparalyse. Alles spannende Themen, mit denen ich mich dann einige Zeit beschäftigt habe. Nachdem ich mal das eine oder andere versucht habe umzusetzen, leider erfolglos, kam mir die Idee, daraus einen Kurzfilm zu machen.

Die Grundidee stand sehr schnell. Eine Person die nicht schlafen kann, weil erfolgsdruck, versucht wieder schlafen zu können. Schlafparalyse bedeutet, dass der Geist wach ist, der Körper aber schläft. Dadurch ist es nicht möglich sich zu bewegen, was in uns die Urängste auslöst und damit schreckliche Gedanken lostritt. Ihr kennt das bestimmt, wenn ihr alleine zu Hause seid, es dunkel ist und aus einer dummen Idee heraus bekommt ihr angst, weil etwas runtergefallen ist oder eine Tür quietscht und so weiter. Das ist vergleichbar mit Schlafparalyse.

Diese drei Elemente, Luzider Traum, Schlafparalyse und Astralreise kommen vor. Erst hat die Hauptperson einen Schlafparalyse und sieht dann schon am Fußende das Schattenwesen. Danach hat er einen luziden Traum. Der ist eigentlich so, dass man sich etwas vornimmt, was man erleben möchte und das Träumt man dann, nur ist man sich bewusst, dass es ein Traum ist und kann tun, was man möchte. Ich habe das mal vereinfacht, die Hauptperson nimmt sich nichts vor und deshalb ist er in einem weißen Raum. Danach folgt die Astralreise, wo seine Seele den Körper verlässt und dadurch macht er Platz für das Schattenwesen, welches körperlos umherwandelt. Dadurch verliert die Hauptperson seinen Körper.

Technik Drehtage, was wann wie gedreht

Damals habe ich noch studiert und mit meinen Studienfreunden, mit denen ich vorher schon zwei Filme gedreht habe, den Dreh umgesetzt. Ich hatte damals nur meine 5D und mit nur meine ich, dass es eben eine Spiegelreflexkamera ist. Einen Film haben wir schon mit ihr gedreht und das war im Sommer wo 10 Leute in einem 15qm Raum waren mit extrem heißen Lampen. Dadurch hat die Kamera einen Pixelfehler bekommen und damit eben nicht mehr nutzbar als Filmkamera, mal ganz abgesehen davon, dass einen Spiegelreflex Kamera in meinen Augen extrem ungeeignet ist vernünftig zu drehen.

Wegen der Uni war es mir Möglich Technik von dort zu benutzen. Die Kamera, die es dort gab, war eine Sony FS100. Ganz okaye Kamera, mit nicht so gutem Codec, aber immerhin schon mit dem E-Mount, mit dem sich relativ einfach Objektive mit anderen Mounts anschließen lassen. An der Uni gibt es Zeiss CP Linsen. Also ziemlich gute Cine-Linsen, die ich mir zusammen mit der FS100 ausgeliehen habe.

Damals bin ich noch nicht so oft dazu gekommen zu drehen, nicht so wie heute, wo ich fast jeden Tag mit der Kamera arbeite. Dadurch ist wohl auch gekommen, dass viele Einstellungen nicht so einen cremigen Hintergrund haben, wie ich das heute gerne umsetze.

Wir haben an drei Tagen gedreht. 1 Tag an der Uni, einmal in einem Büro für die Verleger Szene und einmal im Fotostudio für die Szenen mit dem weißen Raum.

Die restlichen beiden Tage dann bei mir in der Wohnung. Das war auf jeden Fall eine große Herausforderung, denn so kann man nicht abschalten und hat immer und überall Filmequipment. Ich musste abends immer mein Bett frei räumen, weil dort alles drauf lag.

Organisation

Ich habe mich bei dem Film um alles organisatorische gekümmert, also dass Schauspieler und Crew wissen, wann sie wo sein sollen. Das ist etwas was ich keinem empfehlen kann. Sucht euch Leute mit denen ihr zusammen arbeiten könnt, die euch auch Aufgaben abnehmen. Denn alles zu überblicken und dann noch halb Regie zu machen und voll und ganz Kamera und sich um alle Belange kümmern zu müssen, war mir jedenfalls etwas zu viel. Ziemlich belastend und ich war nach den drei Tagen so extrem ausgelaugt und auch ziemlich krank.

Teilt also lieber Aufgaben auf, damit sich jeder auf das konzentrieren kann, was ihm liegt und worin er gut ist und wenn alle mitorganisieren, wird es entspannter für alle.

Ich habe für den Film alles mögliche vorbereitet, Drehpläne, Drehbücher und auch so gut es ging Storyboards.

Ich bin extrem schlecht im Zeichnen und da mir noch kein Workflow eingefallen ist, wie ich jemanden, der zeichnen kann, erklären soll, was genau ich mir vorstelle, habe ich mit Strichmännchen gearbeiten. Ebenso habe ich mir Pläne gemacht, wo ich ich die Räume von oben sehen kann und eben markiere, wo die Kamera und alle wichtigen Personen sind. So konnten wir mit dem Drehplan immer schauen, wo wir dran sind, welche Szene, welche Einstellung und wer wie und wo. Das ist extrem wichtig, denn nur so lässt sich so arbeiten, dass nicht alle komplett ausrasten und 20 Stunden an Set sind. Wenn ihr am Set noch überlegen müsst, wie ihr etwas drehen wollt, dann kann das nur schief gehen. Jedenfalls ab einer gewissen Größe, aber vielleicht seid ihr auch Genies, dann habt ihr bestimmt auch keine Probleme ohne Drehplan zu drehen.

Fazit

Somnium war damit mein erster richtiger Film, bei dem ich vieles gemacht habe, bei dem ich viel gelernt habe und wo ich dann auch gemerkt habe, dass Filme drehen toll ist, aber wenn man alles alleine machen muss, wird es schnell unangenehm. Ich möchte lieber nur Kamera machen und mich nicht auf alles andere konzentrieren.

Ich bin froh über den Film, ich kann immerhin sagen, dass ich meinen eigenen Kurzfilm habe, auf den ich immer noch stolz bin. Ich weiß er hat auch Fehler und ich könnte ihn noch tausendmal umschneiden, aber das werde ich wohl eher nicht tun. Er ist fertig, es kommen immer wieder neue Sachen und vergangenes muss auch mal abgeschlossen sein.